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Panorama-Spezial!
Einzelbilder für Panoramen fotografieren!

Eine gute Vorbereitung erleichtert später die Arbeit am Computer!
Damit Ihre Panoramafotos gelingen, gilt es, schon bei der Aufnahme der Einzelbilder gut zu planen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen und welche Ausrüstung Sie brauchen.



Die Fassadenfront eines Straßenzuges oder der Rundumblick eines ganzen Platzes komplett auf einem Foto? Im Zeitalter der Digitalkamera
ist das Thema Schere und Kleber vergessen. Sie setzen Einzelbilder am Computer zu einem Panoramafoto zusammen. Das große Bild oben zeigt einige typische Fehler wie verschobene Perspektiven, stürzende Linien und zu wenig überlappende Einzelbilder, die zu Dopplern führen. Auf
den folgenden Seiten erfahren Sie, wie Sie solche Fehler bereits bei der Aufnahme der Einzelbilder weitgehend ausschließen.

Die Ausstattung
Das fertige Panoramabild entsteht in zwei Schritten. Zunächst nehmen Sie die Einzelbilder auf und planen das endgültige Gesamtbild. Später kommt die Arbeit am Computer, um die Einzelteile möglichst im Sinne der Bildidee und ohne störende Fehler zusammenzusetzen.

Die einfachste Variante ist eine beliebige Digitalkamera, eine Bildbearbeitung oder ein sogenanntes Stitching-Programm. Unter Stitching versteht man das Zusammenfügen von Bildern zu einem Gesamtbild (englisch: to stitch = heften, sticken, nähen). Bei vielen Kameras sind solche
Stitching-Programme mit im Lieferumfang. Im Internet finden Sie ebenfalls einige auf Panoramafotografie spezialisierte Software als kostenlose Freeware. Besser wird die Sache allerdings, wenn Sie noch ein Stativ haben. Am besten eines mit Drei-Achsen-Schwenkkopf, bei dem
Sie jede Achse einzeln bewegen und feststellen können.

Sogenannte Kugelköpfe ermöglichen zwar schnelleres Verstellen in allen Achsen, sind in dem Fall aber nicht so vorteilhaft wie die 3D-Neiger. So sind Sie in der Lage, den Blickwinkel zum Beispiel nur in der Y-Achse, sprich hoch und runter, zu verstellen, ohne die grundsätzliche Position/Richtung zu verändern.

Bei einem Kugelkopf laufen Sie Gefahr, die Position (Drehung des Blickwinkels = Rotation um die Y-Achse) und eventuell auch noch die Neigung (Kamera - Horizontlinie = Drehung um die Z-Achse) ungewollt gleich mit zu verändern. Als Optimum besitzt der Stativkopf noch eine Libelle. Das ist eine Wasserwaage, die in zwei Richtungen gleichzeitig funktioniert und einen geraden Stand der Kamera gewährleistet.

Wer mit einer Libelle arbeiten möchte oder vielleicht muss und keine am Stativ hat, kann zudem eine Aufstecklibelle verwenden. Diese wird in den vorhandenen Einschub für den Aufsatzblitz geschoben, vorausgesetzt Sie haben an Ihrer Kamera einen solchen.Achten Sie darauf, dass Ihr Stativ auch das Kameragewicht inklusive Objektiv sicher halten kann. Eine professionelle Spiegelreflex mit schwerem Objektiv hat nichts auf einem Ministativ für Kompaktkameras zu suchen. Lieber kein Stativ als ein ungeeignetes. Sind Sie Besitzer einer Kompaktkamera, so kann auch ein Ministativ schon eine große Hilfe sein, wenn Sie es zum Beispiel auf eine Mauer stellen und sich so einen Bezugspunkt für Ihr 360-Grad-Panorama schaffen.

Achtung Aufnahme
Worauf muss man bei der Aufnahme der Einzelbilder achten? Diese Frage hat eine klare Antwort: auf alles und nichts. Im
Grunde fotografieren Sie einfach, dank der Digitaltechnik und der heute vorhandenen Möglichkeiten am PC zu korrigieren retuschieren Sie alles am PC. Allerdings ist der Aufwand für Retusche in der Regel erheblich größer als der, schon bei der Aufnahme den Bedarf einer Retusche zu vermeiden. Dazu ist es gut, sich die Faktoren für eine Anpassung verschiedener Bilder
zueinander vor Augen zu halten.

Um der Software oder auch Ihnen selbst bei manueller Arbeit das Abgleichen der Einzelfotos untereinander zu erleichtern,
sollten Sie genügend überschneidungsspielraum der Bilder einplanen. Ist da nur ein schmaler Steg, in dem sich die Bilder
treffen, ist es erheblich schwerer, Geometriefehler auszugleichen, beziehungsweise markante Punkte oder Kanten zu finden.

Das Motiv
Achten Sie bei Fotos von Straßenzügen darauf, dass Sie nicht dieselben Personen im Vordergrund auf verschiedenen Teilen
des zukünftigen Panoramabildes ablichten. Es wirkt tatsächlich sehr eigenartig, wenn das hübsche Mädchen im Foto dreimal
vorkommt! Das betrifft natürlich auch andere mobile Motive wie Fahrzeuge, Tiere usw. Hier hilft es, mit einem Auge an der Kamera vorbei die Umgebung zu beobachten und planvoll auszulösen.


Tipp
Machen Sie von jedem Teilbereich des Panoramas mehrere Fotos, um später
störende mobile Elemente durch den Bildpinsel oder per Automatik (zum Beispiel
mit Photoshop CS3) zu beseitigen. Gerade hier macht sich die Arbeit mit einem
Stativ sehr positiv bemerkbar.

Ein anderer Aspekt sind zum Beispiel Wolken. Diese können bei dominanten Formationen mit stärkerem Wind die Schwierigkeit hervorrufen, die Abfolge von Bildern möglichst schnell zu erstellen. Damit werden die Anpassungen nicht zu komplex und das Stitching zerstört nicht interessante Wolkenbilder

Beim Thema Wolken kommt auch das Thema Sonne und Schattenwurf durch
Wolken ins Spiel. Dies ist ebenfalls ein mobiles Motiv, das eine Bilderserie für
die Panoramaerstellung erheblich behindern kann. Optimal sind über den Aufnahmezeitraum immer gleichbleibende Lichtbedingungen.


Wahl der Brennweite

Generell gilt, dass Brennweiten/Objektive mit geringer Verzerrung und Geometriefehlern ein Angleichen der Bilder vereinfachen. Stellen Sie sich das Bild eines Weitwinkels oder gar eines Fischauges vor. Bei Letzterem werden alle geraden Linien, die nicht durch den Mittelpunkt laufen, zum Rand hin immer stärker gekrümmt. Architektur damit aufgenommen benötigt starke Geometriekorrekturen, um die Linien der zu montierenden Bilder deckungsgleich
zu positionieren.


Gute Ergebnisse erhalten Sie mit typischen Porträtobjektiven, die bei einer Kleinbildkamera zwischen einem Normalobjektiv mit circa 50 mm und einem leichten Tele mit 105 mm liegen. Wenn Sie die Brennweite wählen, achten Sie auf den Verlängerungsfaktor, den die meisten digitalen
Kameras besitzen. Bei ganz vielen digitalen Spiegelreflexkameras liegt der Verlängerungsfaktor bei ca. 1,5, Fourthird-Systeme wie zum Beispiel Olympus, Leica und Panasonic haben einen Faktor von 2. Bei Kompaktkameras orientieren Sie sich an den Angaben des Herstellers.

Zwingen Sie die Umstände zu einem Weitwinkel, etwa weil das Haus auf der anderen Straßenseite nicht auf das Bild passt, hilft es schon viel, wenn Sie statt im Querformat im Hochformat fotografieren und ein paar Bilder mehr aneinanderfügen. Eine spezielle Lösung für die Aufnahme
von Architektur sind die sogenannten Shift-Objektive. Diese gleichen dabei durch ein Verschieben der Linsenachsen zueinanderstürzende Linien aus. Das wird inzwischen meistens mithilfe von Software umgesetzt und diese Objektive sind schon fast als Relikt der Analogfotografie
anzusehen. Sie helfen aber im Zweifelsfall auch heutzutage noch, sehr viel Zeit zu sparen.

Belichtung steuern
Achten Sie auf möglichst ausgewogene Belichtung. Das kann unter Umständen eine manuelle Korrektur erfordern. Insbesondere bei Aufnahmen, bei denen die Messfelder der Kamera plötzlich hauptsächlich Himmel erwischen, ergibt sich bei eingeschalteter Automatik schnell das Problem, dass die eigentlichen Motive viel zu dunkel sind. Sicherlich ist eine spätere Anpassung per Software innerhalb gewisser Grenzen leicht machbar. Bedenken Sie jedoch, dass eine Korrektur mit Verlusten behaftet ist, außer Sie nehmen die stärkeren Korrekturen

Je gleichmäßiger die Belichtung über alle Teile des "Panorama-Puzzles" ist, desto besser die Qualität und geringer die spätere Arbeit. Aus diesem Grund lohnt es sich, bei kritischen Motiven eventuell kleinere Belichtungsserien mit unterschiedlichen Einstellungen zu schießen. Diese könnten Sie dann sogar noch für manuelle Korrekturen, wie zum Beispiel das Aufhellen von Schattenbereichen, nutzen.


Gute Aufnahmeposition

Geht es darum, schnell ein Bild zu "knipsen", dann ist der Weg das Ziel. Soll das Endprodukt aber bestimmten Kriterien entsprechen, so lohnt es sich wiederum, ein paar Gedanken darauf zu richten, wo der beste Aufnahmeort ist.

Grundsätzlich gilt, dass eine größere Distanz zum Objekt die Sache vereinfacht, denn Verzerrungen durch die Optik kommen nicht so sehr zum Tragen. Außerdem können Sie auf eine längere Brennweite der Optik zugreifen, was die Sache auch noch einmal etwas vereinfacht. Aber was
tun, wenn nur eine Straßenbreite Abstandzur Verfügung steht? Dann heißt es, in den sauren Apfel beißen und eine kurze Brennweite verwenden. Gerade die Kombination kurze Brennweite und geringer Abstand zum Motiv ergibt ziemlich stark stürzende Linien und Verzeichnungen. Darüber hinaus neigen Weitwinkel stärker zu Randabschattungen (Vignettierung genannt) in den Bildecken. Die Objektivfehler
Verzeichnung und Vignettierung beseitigen Sie später manuell über Software (z.B. DXO), aber gegen die stürzenden Linien können Sie schon bei der Auswahl des Aufnahmestandorts etwas unternehmen. Suchen Sie sich nach Möglichkeit eine erhöhte Position, die optimaler Weise
die halbe Höhe des zu fotografierenden Motivs hat. In der Folge richten Sie die Kamera waagrecht aus. Dadurch entfällt das Problem der stürzenden Linien weitestgehend. Sind die zu fotografierenden Häuser nicht allzu hoch, so kann ein weit ausziehbares Stativ bereits sehr viel helfen. Sollte Ihr Stativ auf über 2 m Höhe ausziehbar sein, denken Sie an etwas, auf das Sie sich stellen können. Bei Straßenzügen rentiert sich auch ein Blick auf die gegenüberliegenden Häuser. Eventuell ist dort ein Treppenhaus, in das Sie gehen und dann Ihre Fotos zum Beispiel aus
dem ersten oder zweiten Stock aufnehmen können.

Bei aus der Nähe aufgenommenen Panoramabildern ist es generell besser, waagrecht zu fotografieren, nicht nur um später keine stürzenden Linien herausarbeiten zu müssen. Darüber hinaus neigen künstlich entzerrte Bilder zu Perspektiven, die nicht mit unseren Sehgewohnheiten übereinstimmen. Zu den Rändern eines Panoramabildes hin wird dieser Effekt immer extremer, wenn Sie auf Bodennähe nach oben fotografiert haben und diese "Froschperspektive" für das Stitching entzerren. Nahezu waagrecht aufgenommene Bilder wirken hier sehr viel natürlicher.
Handelt es sich beim Motiv um organische Strukturen, wie sie in der Natur vorkommen (Berge, Wald...), ist es nicht weiter tragisch. Keiner wird es bemerken. Bei Architektur hingegen ist unser Auge sehr kritisch, wenn es um Perspektivefehler geht. Spezialisten setzen zum Ausgleich der
stürzenden Linien das bereits oben angesprochene Shift-Objektiv ein. Da diese meistens aus dem Zeitalter der Analogfotografie stammen, kann es kritisch werden, wenn das Rändelrad zur Verstellung der optischen Achsen mit dem Vorbau für den Kamerablitz kollidiert. Hier hilft nur
der umständliche Weg, im Zweifelsfall die Kamera auf den Kopf stellen und somit das Objektiv um 180 Grad auf die andere Seite gedreht verwenden. Glücklich ist der, der jetzt ein Stativ besitzt, bei dem er den Kopf umdrehen und die Kamera von unten aufsetzen kann.

Tiefenschärfe beachten

Wie gesagt, die oben angeführten überlegungen sind nicht zwingend notwendig, denn es gibt die unterschiedlichsten Programmlösungen zum Thema Stitching. Darunter sogar Software, die von sich behauptet, weitestgehend automatisch Panoramafotos auch aus Fisheye-Fotos zu
erstellen. Je mehr Schwierigkeiten Sie bei der Fotografie bereits ausschalten, desto leichter haben Sie es später. Auch die Fehler, die die Automatik durch falsches Interpretieren von Fotos erzeugt, reduzieren sich. Und Sie sind flexibler in der Wahl Ihrer Werkzeuge, denn mit optimal aufgenommenen Fotos würde im Grunde sogar ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm ausreichen.

Doch es gibt noch zusätzliche Aspekte, die Sie in Erwägung ziehen sollten. Sie betreffen eher die Bildgestaltung und beeinflussen doch die Aufnahmesituation erheblich. Bewusster Umgang mit Tiefenschärfe, bzw. -unschärfe, kann Spannung im Bild erzeugen und das eigentliche Motiv deutlicher herausstellen. Um eine klar definierte Schärfeebene zu erhalten, ist eine möglichst kleine Blende von Vorteil. Dadurch werden alle Objekte, die nicht innerhalb der Schärfeebene (klar definierte Distanz zur Kamera) liegen, unscharf. Je größer die Differenz im Abstand zu dieser
Schärfeebene, desto mehr geraten die Bildteile durch höhere Unschärfe visuell in den "Hintergrund". Das kann natürlich auch Personen und Dinge im Vordergrund betreffen. Zum Beispiel wird ein Passant mit geringem Abstand zur Kamera nun stark weichgezeichnet. Das kann
ein reizvoller Aspekt sein, wenn er gerade angeschnitten ins Bild kommt. Um diesen Effekt der definierten Schärfeebene zu verstärken, ist die Verwendung langer Brennweiten sinnvoll, denn diese besitzen von Haus aus eine geringere Tiefenschärfe als Weitwinkelobjektive.

Aber Achtung! Wenn Sie das Panoramabild mit langen Brennweiten und geringer Tiefenschärfe umsetzen wollen, ist es anzuraten, bei der Aufnahmeposition auf Abstand zu gehen, falls der Platz nicht sowieso rund ist und Sie im Zentrum stehen. Drehen Sie die Kamera, so wird der Abstand zwischen Kamera und Fassadenfront in einem Straßenzug zum Beispiel bei jeder Aufnahme und auch innerhalb des Bildes bereits stark unterschiedlich. Die unterschiedlichen Abständen d1 bis d3 im Bild oben machen deutlich, welches Problem bei der Definition einer präzisen Schärfeebene auftreten kann. Allein bei einem Foto nach außen hin haben Sie eine Distanzänderung von d2 zu d1. Das bedeutet, dass bei Verwendung geringer Tiefenschärfe Teile der Fassadenfront scharf sind und zur anderen Seite hin unscharf werden. Reicht die Tiefenschärfe
nicht aus, dann müssten Sie doch zu einer kurzen Brennweite und/oder einer größeren Blende greifen.

Aufnahmestandort verschieben
Wie schon deutlich wurde, ist der weite Stadtplatz ein dankbares Motiv im Vergleich zum engen Straßenzug. Um hier ein schönes Panorama ohne Verzerrungen zu erhalten, machen Sie die Einzelaufnahmen nicht von einem festen Standpunkt aus. Stattdessen bewegen Sie sich
auf der X-Achse parallel zur Fassadenfront und nehmen alle paar Meter ein Foto auf. Um die typischen Verzerrungen von Weitwinkelobjektiven
möglichst zu reduzieren, verwenden Sie lieber eine längere Brennweite und nehmen stattdessen Hochformatfotos auf.

Die Schwierigkeit bei dieser Aufgabe ist es, den Abstand zur Fassade gleich zu halten und die optische Achse der Kamera weitestgehend senkrecht auf die Häuserfront treffen zu lassen. Als Hilfslinien, an denen zum Beispiel Stativbeine ausgerichtet werden können, bieten sich
unter Umständen die Randsteine des gegenüberliegenden Gehsteigs an. Diese Methode hat den Vorteil, dass Ihnen die Perspektive bei einer langgezogenen Häuserfront nicht in die Quere kommt. rf





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